Neueste Info in Sachen Schliefanlage 


Das aufgrund der "Peta" Aktivitäten eröffnete Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Bayreuth wurde mit Verfügung vom 03.11.2022 eingestellt. 
Die in den sogenannten Printmedien kolportierten vermeintlichen Irritationen zwischen uns und dem Landesverband wurden anläßlich der diesjährigen DCN Gesamtvorstandsitzung erörtert und für völlig abwegig erachtet.  

 

Liebe Sektionsmitglieder, 

sicher ist Ihnen in den letzten Wochen das mediale Interesse an der Schliefanlage in Kasendorf nicht entgangen. Wir möchten Sie heute zu den  turbulenten Vorgängen der letzten Wochen informieren. Bitte entschuldigen Sie die späten Informationen, aber uns blieb kaum Zeit zum Atmen. 

Die sich im Privatbesitz befindliche Schliefanlage steht der Sektion Coburg seit ihrer Einweihung im Jahr 1980 durch fortgeschriebene Nutzungsverträge für Übungs- und Prüfungszwecke zur Verfügung. Die Einarbeitung und die Eignungsbewertung der Erdhunderassen, Dackel und Terrier, erfolgte in der Anlage nach den Grundsätzen und der Prüfungsordnung des Deutschen Teckelclubs 1888 e.V., unter Einsatz von Füchsen, bei Einhaltung tierschutzrechtlicher Vorgaben. Wie in ganz Deutschland so wurde auch in der Kasendorfer Anlage bei der Arbeit in der Schliefanlage seit Jahrzehnten jeder(!) körperliche Kontakt mit dem Jagdhund ausgeschlossen. Die Aufgabe des Fuchses bestand in der Erzeugung einer frischen Witterung, die er beim Durchlaufen der Anlage hinterlässt, um danach im „Kessel“, vollständig getrennt durch einen Schieber, auf den Hund zu warten. 

Uns ist es wichtig zu betonen, dass diese Füchse für uns keine „Übungsobjekte“ waren, sondern zu uns gehörende Lebewesen, die uns ans Herz gewachsen waren. Insbesondere zu ihrem Betreuer hatten sie ein enges und vertrauensvolles Verhältnis. Der Gesundheitszustand der Füchse wurde regelmäßig tierärztlich im Rahmen der jährlichen Impfungen überprüft und festgestellt.                                                                      

Noch 2005 wurde die Anlage durch das Staatliche Veterinäramt Kulmbach beanstandungslos kontrolliert. Um neuen Erkenntnissen Rechnung zu tragen, entschieden wir uns 2021, eine Vergrößerung der Anlage zu planen. Bisher bestand der Zwinger aus einer festen geräumigen Behausung mit anschließendem 25 qm großen luftigen Auslauf mit Sonnenlicht und Schatten. Zur Anpassung hatten wir einen entsprechenden Antrag gestellt und ein Investor hatte uns seine Unterstützung bei der Realisierung zugesagt.  Leider ist es dazu nicht mehr gekommen, wir haben uns dem massiven Druck gebeugt und entschieden die Schliefanlage zu schließen.                                                                                                                     

Wir haben und hatten nichts zu verbergen, aber immer Angst vor Vandalismus.                  

Veterinäramt, Staatsanwaltschaft und Polizei wussten von der Existenz der Anlage. So wurde bereits 2009 ein Anschlag auf die Anlage mit erheblicher Sachbeschädigung verübt. Die Ermittlungen wurden laut behördlichem Einstellungsbescheid ergebnislos beendet. 

Erneut wurde die Anlage im Jahre 2020 heimgesucht. Bei diesem Einbruch wurden die beiden in der Anlage mit der Hand groß gezogenen, an Hunde gewöhnten und sozialisierten Füchse, also durchaus keine Wildtiere, aus ihrer gewohnten Umgebung vertrieben. Während das Schicksal des einen ungewiss blieb, er dürfte schwerlich in der „Freiheit“ überlebt haben, war der andere von alleine nach 2 Tagen in die Anlage zurückgekehrt und saß im offenen Zwinger. 

 

Um solche "Freilassungsversuche"  unserem letzten Fuchs zu ersparen, haben wir ihn schweren Herzens am Sonntag, den 23.10.2022, an eine uns von tierschutzseite her emphohlene Tierauffangstation abgegeben. Der fitte Rotrock wollte nicht gehen, nur in der ihm vertrauten Transportbox mit  der er immmer vom Zwinger zur Schliefanlage gebracht wurde ging er freiwillig. Unsere Hoffnung ist, dass er rasch die Ängste in der für ihn nun gänzlich fremden Umgebung überwindet und wünschen ihm, dass seine Zukunft bei den "Freien Füchsen" eine gute sein möge. 


Prof. Dr. Georg Härtel 

Sektionsvorsitzender